Mahatma Gandhi und Sophie Scholl als Hauptfiguren
11.04.2008: Gestaltungsentwurf für Teilprojekt "Zivilcourage künstlerisch" im Rahmen eines XENOS-Projektes in Seelow vorgestellt.
(Märkische Oderzeitung)
So richtig vorstellen kann man es sich noch nicht: Mahatma Gandhi, die Symbolfigur für den indischen Kampf um Unabhängigkeit, und Sophie Scholl, die christlich-humanistische Widerstandskämpferin, werden die beiden zentralen Figuren der Graffiti-Gestaltung sein, an der Jugendliche aus dem CJD für die Hinterstraße arbeiten.
In zahlreichen Workshops haben sich die 18 Azubis quer durch alle Berufsbildungsfelder seit Anfang des Jahres auf diese Mammutaufgabe vorbereitet. Als Profi an ihrer Seite arbeitet der Berliner Maler Thobias Starke und bei der Ausführung dann auch der Grafiker Kim Köster. Das Vorhaben ist ein gemeinsames Projekt des Kreis- Kinder- und Jugendrings und des Christlichen Jugenddorfes. Der psychologische Grundgedanke dabei: Es soll zur Identitätsfindung, zur Wertevorstellung der jungen Leute beitragen. Denn die haben nicht nur einfach die Spraydose in die Hand genommen und ihr Gefühl dafür trainiert, sondern sich in vielen Gesprächen und Diskussionen dem Thema angenähert: "Zivilcourage künstlerisch". Sie haben sich u. a. mit solchen Fragen wie "Was gibt einem Menschen Macht?" "Wodurch zeichnet sich soziale Kompetenz aus?" beschäftigt, wie CJD-Sozialarbeiterin Claudia Volkert bei der gestrigen Vorstellung des Entwurfs zu dem bisherigen Geschehen erläuterte.
Den Entwurf für das Bild stellte der künstlerische Betreuer Thobias Starke vor: Im Gegensatz zur grauen namen- und gesichtslosen Masse werden erkennbar die beiden Zentralgestalten Gandhi und Scholl stehen, die sich durch ihren Mut und ihre Stärke daraus hervorheben. In der Mitte eine Gruppe von Kindern, noch unberührt von Macht und Diskriminierung. Das Ganze soll in einem kräftigen Blau gesprayt werden. "Blau als optimistisch-kühle und psychologisch beruhigende Farbe", wie Starke sagte.
Ende Juni soll es losgehen. Dann wird es ernst. Dann wird sich zeigen, ob die Vorübungen auf den Betontafeln etwas gebracht haben. Das letzte Wort werden jedoch die Seelower zur Jugendkunst in der Hinterstraße sprechen.