Veranstaltungen zu Pogromnacht wenig genutzt
11.11.2008: Zwei Seiten der Medaille. Leider werden Bildungsangebote nicht in dem Maße genutzt, wie es wünschenswert wäre. Ursachen müssen kritisch reflektiert werden.
(Märkische Oderzeitung)
Die Angebote zur Ausstellung "Aus Nachbarn wurden Juden" in Müncheberg sind kaum angenommen worden, so die Bilanz mehrerer Beteiligter. Bei der ersten Vorstellung des Theaters Frankfurt waren nur sieben Zuschauer - alle Mitorganisatoren bzw. Familienangehörige - gezählt worden. Tags darauf seien es zumindest zwei Klassen der Müncheberger Grundschule sowie eine Gruppe Seelower Schüler gewesen, hieß es. Frank Geißler vom Heimatverein kam auf insgesamt 254 Besucher in der Ausstellung und den beiden Vorstellungen. Er zeigte sich insbesondere über die fehlende Resonanz aus der Gesamtschule enttäuscht: "Die Veranstaltungen wären eine gute Chance gewesen, sich auch mit der Müncheberger Geschichte auseinander zu setzen." An Andacht und Schweigemarsch anlässlich der Pogromnacht am 9. November 1938 hätten am Sonntagabend dann etwa 20 Müncheberger teilgenommen.