"Buddelflink" lernt Polnisch

04.04.2009: Die Zechiner Kita "Buddelflink" hat gestern ihre Türen weit geöffnet. Bei bestem Frühlingswetter präsentierte sich die Einrichtung, die unter akutem Kindermangel leidet, den Zechiner Eltern. Manfred Specht und Halina Elsner nutzten die Gelegenheit, um die "EU-Spatzenschule" zu eröffnen. Künftig erlernen die drei- bis sechsjährigen Kinder in der Kita spielerisch die polnische Sprache.

(Märkische Oderzeitung, Ulf Grieger)

"Oh, sind die Häschen süß!" Eine größere Freude hätte der Zechiner Kleintierzuchtverband den Kindern nicht machen können: Georg Nitschke (72), seit 28 Jahren erfolgreicher Kaninchenzüchter, hatte den Kita-Kindern je einen Wurf silberner Großchinchilla und brauner Thüringer Kaninchen mitgebracht. Und das Beste: die wuschligweichen Fellknäule durften gestreichelt, auf den Arm genommen und geknuddelt werden. Wovon die Kinder auch ausgiebig Gebrauch machten. Angst hatten selbst die Kleinsten nicht. Schließlich sind sie vom Dorf und da gibt es auf jedem Hof wenigstens ein Tier. Sarah erzählte gleich von ihren drei Hunden, Lennard von einem Pony. Die Reiter des Zechiner Sportvereins kamen dann auch tatsächlich mit Kleinpferden zur Kita. Und weil man im "Buddelflink" auch gern die Natur beobachtet, weihte Bürgermeister Dieter Rauer im hinteren Garten der alten Schule das neue Storchennest ein. Es war vor kurzem vom Standort am Oderbruchstübchen abgenommen worden und sitzt jetzt auf einem alten Stromleitungsmast. Von ihrem Spielplatz aus haben die Kinder einen guten Blick auf Adebars Wohnsitz.

Ein kleiner Höhepunkt des Tages der offenen Tür war am frühen Nachmittag die Eröffnung der "EU-Spatzenschule" durch Halina Elsner und Manfred Specht. Die beiden werden dank eines Förderprojektes "Wege übers Land" der Lokalen Aktionsgruppe Märkisch Oderland ihr bereits in der Vergangenheit erprobtes Konzept fortsetzen und den Kindern spieltrische erste Polnischkenntnisse vermitteln. Wobei die Muttersprachlerin Halina sehr eng mit Kita-Leiterin Christina Valentin zusammenarbeitet. Die beiden Frauen haben bereits erprobt, wie sich die tägliche Bildungsbeschäftigung und die wöchentliche Polnisch-Vermittlung vereinbaren lassen. Kontakte zu den Kindern der Kostrzyner Kita Nummer 3 werden ebenso aufgebaut, wie die Heranführung der Kinder an die Computertechnik. Aufgaben, mit denen sich Manfred Specht bereits in der Vergangenheit profiliert hat.

Anliegen des Tages der offenen Tür war es, den Eltern, deren Kinder Einrichtungen in anderen Orten besuchen, die Kita des Heimatortes bekannt zu machen. Derzeit betreut die Einrichtung nur zehn der Zechiner Kinder, mehr als doppelt so viele besuchen andere Einrichtungen. "Es haben sich bereits Eltern gemeldet, einige wollen auch Schnupperangebote nutzen", freute sich die Kita-Leiterin. Zur Einwohnerversammlung am 13. Mai steht die Kita-Entwicklung auf der Tagesordnung.

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