Deutliche Sprache, ganz ohne Worte

17.09.2009: Kooperationsprojekt zwischen Einsteingymnasium und Internationalen Bund im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes MOL geht in eine weitere Phase.

(Märkische Oderzeitung, Irina Voigt)

Das Einstein-Gymnasium und der Internationale Bund haben im Mai den Lauf gegen Rassismus organisiert und durchgeführt. Dabei haben sie in einer Fotoaktion Schüler, Lehrer und Gäste über ihre Einstellung zu Rassismus gefragt und deren Mimik und Gestik fotografiert.

Beeindruckend, amüsant, treffend - so lauteten die ersten Meinungen über die Schwarz-Weiß-Fotografien. Am Dienstag gab es nun im Einstein-Gymnasium einen kleinen Empfang zur Eröffnung der Ausstellung "Gesicht zeigen".

Am Rande des Laufes für Toleranz und gegen Rassismus, der Mitte Mai stattgefunden hatte, gab es eine weitere Aktion. Die Idee dazu hatten Judith Mantzke von Arche und Blaupause sowie Babett Brauer vom Haus der Generationen - alles Einrichtungen des Internationalen Bundes. Es wurden am Tag des diesjährigen Laufes Leute - Teilnehmer, Lehrer, Gäste - fotografiert. Jedem wurden mehrere Fragen gestellt, die nicht mit Worten, sondern nur mit Mimik und Gestik beantwortet werden sollten. Herausgekommen sind Bilder, die ohne Worte eine deutliche Sprache sprechen. Es wurde nach dem Befinden gefragt, nach dem Grund der Anwesenheit oder nach dem vorherrschenden Gefühl vor einer Mathearbeit. Aber immer gab es auch die Frage "Was würdest du Rassisten gerne sagen?". So unterschiedlich die Mimik bei den übrigen Fragen auch war, so eindeutig kam die Ablehnung gegen Rassisten herüber.

Konstantin Richter, heute in der Jahrgangsstufe 13, berichtete über die Anfänge der Antirassismus- und Antigewaltaktion am Gymnasium. 2006/07 war es, als sich der Leistungskurs mit dem Projekt "Courage zeigen" beschäftigte. Nach einer Umfrage an der Schule war klar, dass drei Viertel der Schülerinnen und Schüler diese Aktion mittragen wollten. "Taten waren gefragt", sagte Konstantin, denn keiner wollte warten, bis die Bewerbung um die Anerkennung als "Schule gegen Rassismus - Schule ohne Gewalt" die Instanzen passiert habe. "Die Frage stand, wie man viele Leute zum Mitmachen bringen kann", sagte Konstantin. So wurde der Lauf gegen Rassismus ins Leben gerufen.

In diesem Jahr wurde er zum dritten Mal gestartet. Hunderte nahmen inzwischen daran teil. Die Strecke führt nun für die Öffentlichkeit deutlich sichtbar durch den ganzen Ort und rund ums Rathaus herum. Sponsoren, wie die Sparkasse oder der langjährige Schirmherr Dierk Homeyer (CDU), geben Geld für jeden Starter. "Das können wir gut gebrauchen, um für Ethel aus Malawi und Louis aus Columbien das Schulgeld zu bezahlen", erklärt Konstantin den Zusammenhang mit einer weiteren Aktion. 2007 gab es den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule ohne Gewalt", 2008 die Plakette dazu. Als Aktions-Pate wurde die international besetzte Band Culcha Candela gewonnen.

"Die Aktion hat an Dynamik gewonnen, hat Resonanz gefunden, spiegelt weit über die Schulhofgrenzen hinaus das Anliegen wider", bescheinigte den Schülern die Schulleiterin Edelgard Pecher. Das bestätigten auch die ersten Ausstellungsbesucher am Dienstagabend, die sich teils sogar auf den Bildern wiederfanden.

Termine für diese Ausstellung im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes MOL: Einstein-Gymnasium vom 15. September bis 16. Oktober, Arche 19. bis 30. November, Haus der Generationen Hoppegarten 1. Dezember bis 31. Januar 2010, Bürgerzentrum Brücke, Rüdersdorf 6. April bis 4. Juni 2010.

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