Regionalkonferenz: "Gewalt gegen Frauen"
10.11.2006: In Strausberg kamen rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Fachtag zusammen, um über häusliche Gewalt gegen Migrantinnen zu sprechen.
Das Land Brandenburg verabschiedete 2001 des Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Danach ist grundsätzlich auch die besondere rechtliche und soziale Situation von Migrantinnen zu berücksichtigen. Bei der Suche nach Hilfe ergeben sich unter Umständen besondere kulturelle und rechtliche Barrieren. Ein Teil der Frauen lebt völlig isoliert vom deutschen Umfeld, sprachliche Schwierigkeiten behindern ihre Suche nach Informationen und Hilfe.
Vor diesem Hintergrund hat die Regionalkonferenz den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern rechtliche Informationen zum Thema häusliche Gewalt vermittelt. Die Rechtsanwältin Dorothea Hecht sprach über das Gewaltschutzgesetz und ihre praktischen Erfahrungen in der Umsetzungspraxis.
Am Nachmittag untersetzte der Leiter des Polizei-Schutzbereiches MOL, Olaf Berlin, die gesetzliche Regelung mit der praktischen Erfahrung der Polizei. Dabei wurden auch Grenzen, vor allem durch den Datenschutz deutlich. Migrantinnen mit deutschem Pass werden in der Statistik als Deutsche geführt. So ist nicht erkennbar, wie viele Spätaussiedlerinnen beispielsweise betroffen sind. Ein weiterer Knackpunkt ist die Weiterleitung von Daten der Betroffenen an Hilfseinrichtungen. Ohne eine entsprechende Zustimmung darf die Polizei beispielsweise nicht die Mitarbeiterinnen der Frauenschutzwohnung informieren.
Berichte von betroffenen Frauen, die Vorstellung der Frauenschutzwohnung und des Arbeitskreises "Gewaltfreie Erziehung" bereicherten die Konferenz mit regionalen Aspekten.
Ein Ergebnis des Tages war schon mit der Einladung erreicht worden - das Thema "Gewalt an Frauen" ist in der Öffentlichkeit angekommen!
Weitere Infos der Polizei zum Thema häusliche Gewalt: hier