Jugend macht Zukunft !
16.11.2006: Erste ostdeutsche Jugendkonferenz in Berlin.
Die ostdeutsche Jugend hat keine Perspektive? Jugendliche sind mutlos und haben kein Interesse am politischen Geschehen? Stimmt nicht!
Am Wochenende vom 10. bis 12. November haben sich 80 Jugendliche aus zwölf Regionen Mecklenburg Vorpommerns, Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens in Berlin getroffen um an einer Jugendkonferenz teilzunehmen. Ziel war es Ideen, Vorschläge und Visionen für ein integratives Gemeinwesen und ein attraktives Leben für Jugendliche in Ostdeutschland zu sammeln, auszutauschen und über diese zu diskutieren.
Hintergrund dieser Veranstaltung war die immer stärker werdende Abwanderung der Jugend Ostdeutschlands. Um dieser entgegenzuwirken, wollten wir Jugendliche über neue Wege und Möglichkeiten sprechen, unser Leben ansprechender zu gestalten. Auch aus Märkisch Oderland haben acht junge Menschen teilgenommen. Wir haben Initiative ergriffen um zu sagen, was in unseren Heimatregionen geändert und verbessert werden muss.
Es ergab sich eine Vielzahl an Themen: Arbeitslosigkeit, Freizeit und Kultur, Bildung, Ausbildung und Zukunft, Fremdenfeindlichkeit und Jugendarbeit. Diese wurden in mehreren Themen-Werkstätten bearbeitet, sei es durch ein Theaterstück, einen Film oder in der Schreibwerkstatt. Dort konnten wir unseren Wünschen und Vorstellungen Ausdruck verleihen. Die Ergebnisse dieses Projektes wurden am Sonntag von den einzelnen Gruppen vorgestellt.
Die Präsentation, aber auch die Arbeit in den einzelnen Werkstätten wurde gefilmt. Dieser Film und eine Broschüre, in der unsere Ideen und Vorschläge erläutert werden, sollen nun den Politikern auf unterschiedlichen Ebenen gezeigt werden. So erhoffen wir uns, dass sie unsere Pläne aufgreifen und unsere Probleme wahrnehmen werden. Auch in Schulen und Jugendclubs sollen unsere Ideen verbreitet werden um zu zeigen, dass jeder etwas bewirken kann.
Ausschlaggebend für diese dreitägige Konferenz war eine politische Tagung, die sich mit unseren Problemen beschäftigen sollte. Jedoch war auf dieser kein einziger Jugendlicher anwesend und so beschlossen also die Netzwerkstellenleiter, die auf dieser Tagung unsere Meinung vertreten sollten, dass es eine Konferenz geben müsse auf der wir Jugendliche die Möglichkeit haben unser Vorschläge vorzustellen. So entstand also die Perspektivwerkstatt "Jugend macht Zukunft".
Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung Demokratische Jugend und vom Bundesprogramm CIVITAS-Initiative gegen Rechtsextremismus. Die Stiftung Demokratische Jugend bietet weitere Projekte für engagierte Jungendliche an. Wer sich beispielsweise für die Attraktivität der eigenen Region oder für andere Menschen einsetzt, kann von dem Projekt "jugend aktiv" mit bis zu 500 Euro unterstützt werden.
Wir haben aus diesem interessanten Wochenende gelernt, dass jeder die Möglichkeit hat eine gute Idee umzusetzen, wenn er nur will und sich mit ganzer Kraft dafür einsetzt. Wir wollen euch zeigen, dass ihr nicht machtlos seid und es einige Erwachsene gibt, die sich für unsere Meinung interessieren.
Wenn ihr Ideen habt, sei es eine Theatergruppe, einen Chor oder Jugendclub zu gründen, dann sucht euch Leute, die mitmachen und euch unterstützen. Wartet nicht sonder handelt, Wünsche sind dazu da, um sie zu verwirklichen.
Judith Hohmann (17) und Nastasja Ilgenstein (17)
Weitere Infos: