Wirken für ein buntes Miteinander

01.10.2010: "Bleiben Sie zusammen und führen Sie Ihre Arbeit auch unter veränderten Rahmenbedingungen weiter." Das waren die Schlussworte von Jugendamtsleiter Thomas Böduel bei der Ergebniskonferenz des Lokalen Aktionsplanes Märkisch-Oderland (LAP MOL) am Donnerstag im Kulturhaus.

(Märkische Oderzeitung, Eva Neumann)

Auch Landrat Gernot Schmidt und die anwesenden Kreistagsabgeordneten wünschen, die aufgebauten Strukturen nach Beendigung der dreijährigen Förderphase durch das Bundesfamilienministerium zu erhalten. Zuvor konnten sich die Lokalpolitiker informieren, was der LAP in der Region erreicht hat. Die Akteure präsentierten eine Vielzahl von Projekten und berichteten über die Konzepte für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Das LAP MOL ist Teil des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut". Die Aktionen für ein buntes Miteinander reichten von Ausstellungen über Konzertreihen und Theaterinszenierungen bis hinzu Politchecks für Jugendliche.

In Zechin im grenznahen Ort im Amt Golzow wurde z. B. die Spatzenschule.eu vom LAP gefördert. Hier nähern sich Kinder spielerisch der polnischen Umgangssprache und der Kultur. Aus einst privaten Kontakten entstanden feste Kooperationen mit polnischen Kita- und Schulkindern. Darüber hinaus können Kinder beider Länder in einem vom Verein Oderlandkids organisierten Zeltlager gemeinsam ihre Ferien verbringen. "Das ist oft der Anfang für gegenseitige Diskobesuche oder private Besuche", weiß Manfred Specht vom Verein Oderlandkids. Neben der Erweiterung der Freizeitgestaltung sieht er für Jugendliche mit polnischen Sprachkenntnissen auch größere berufliche Perspektiven in der strukturschwachen Region. Darum bedauert er es, dass die Brandenburger Politiker es bis jetzt noch nicht geschafft haben, die polnische Sprache offiziell in der Grenzregion anzubieten.

Neben diesem Zechiner Beispiel gibt es viele weitere Aktivitäten, die zeigen, wie der Kooperationsverbund Seelow-Oderbruch mit seinen weitläufigen Landstrichen Orte der Begegnung und des Austauschs schafft.

Der Verbund in der ländlich geprägten Region an der Oder ist einer von insgesamt vier regionalen Zusammenschlüssen sowie einer kreisweiten Organisation, die in Märkisch-Oderland durch den LAP entstanden. Hier wirken verschiedene Vereine, Institutionen, Verbände und einzelne Bürger gemeinsam. "Es geht nicht vorrangig darum, dass neue Sachen entstehen sollten, sondern dass alle vor Ort zusammenarbeiten und ihre Kräfte bündeln", berichtet Steffen Adam, der Koordinierungsleiter vom Kreis-Kinder- und Jugendring MOL. "Die Ideen gab es vorher schon, oft fehlte es an Geld und Kontakten, diese umzusetzen." Laut Adam wurden durch die Aktionen rund 25 000 Menschen erreicht. So reist seit 2009 ein symbolischer "Zug der Demokratie" mit Veranstaltungsreihen durch MOL.

Wenn auch die Förderphase, in der Bundesmittel in Höhe von 
405 000 Euro zur Verfügung standen, jetzt zu Ende geht, wollen die Akteure weitermachen. Aber ohne Zuschüsse gehe es nicht, sind sie sich einig. Der Jugendhilfeausschuss hat für den Erhalt der Strukturen und die Fortsetzung der Aktivitäten 
schon einmal 100 000 Euro eingeplant.

Wenn der Kreistag diesem Haushaltsposten zustimmt, könnte der LAP im Januar nahtlos weitergeführt werden.

  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken