Sportler ermutigen zur Toleranz

31.12.2007: Im Sozialpark Strausberg Am Annatal berieten kürzlich zum Auftakt einer Fortbildungsreihe "Sportvereine gegen Rechtsextremismus" Vertreter von dreizehn Sportorganisationen und -vereinen über ein zukünftiges gemeinsames Herangehen angesichts dieses, wie es in der Einladung hieß, "beklemmenden gesellschaftlichen Problems", dem sich auch die Sportler des Kreises nicht verschließen dürfen.

(Märkische Oderzeitung - Peter Wricke)

"Für das aktive Agieren der Vorstände, vor allem jedoch der Hunderte von Übungsleitern und Übungsleiterinnen werden dazu in den nächsten Monaten Folgeveranstaltungen stattfinden", umriss Reinhard Förster die Aufgabe, die sich der Kreissportbund (KSB) Märkisch-Oderland in Zusammenarbeit mit Ray Kokoschko vom Mobilen Beratungsteam Frankfurt (Oder) auf die Fahne geschrieben hat.

Eröffnet wurde die Beratung vom KSB-Vorsitzenden Dieter Schäfer. Neben ihm begrüßte auch die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Strausberg, Cornelia Stark, die Beratungsteilnehmer und deren Anliegen. Sie sagte ihrerseits Unterstützung zu.

Danach machte Kokoschko das Gremium umfangreich und teils sehr detailliert über die Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, im Land Brandenburg und der Region in und um Märkisch-Oderland vertraut. Strukturen rechtsextremistischer Gruppierungen und aktuelle Strategien spielten dabei ebenso eine Rolle wie Erscheinungsformen, Musik, Symbole und anderes.

In der sich anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer der Beratung einig, solchen nicht nur dem Sport hinderlichen Entwicklungen energisch entgegenzutreten. Einmütig verabschiedeten die Beratungsteilnehmer eine dementsprechende Erklärung. Die Unterzeichner rufen die Sportvereine im KSB MOL dazu auf, sich öffentlich dieser Erklärung anzuschließen.

Erklärung:

Rechtsextremes Gedankengut und daraus abgeleitetes Handeln, kenntlich werdend durch nationalistische Überhöhung, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Intoleranz und Gewaltbereitschaft, begegnen uns leider in immer stärkerem Maße in vielen Bereichen. Teile erliegen nicht nur teil- und zeitweise damit verbundenen, nicht zu tolerierenden Denkmustern.

Vertreter aus Sportvereinen im KSB MOL e.V. rufen übereinstimmend von ihrer gemeinsamen Auftaktberatung "Sportvereine für Vielfalt, Toleranz und Demokratie!" im Dezember 2007 in Strausberg alle Sportvereine im Landkreis Märkisch-Oderland auf, niemals und nirgends wegzuschauen, wenn Versuche der Einflussnahme rechtsextremer Vertreter im eigenen Verein erkennbar werden. An keiner Stelle dürfen diese ein Forum für ihre Menschen verachtenden Ziele finden. Konsequent sollten wir unter unseren Mitgliedern, angefangen bei den Vorständen und besonders allen unseren Übungsleitern und Übungsleiterinnen, gemeinsam immer wieder um eine solche eindeutige Haltung ringen.

Unser gemeinsames Motto soll sein: Sportvereine für Vielfalt, Menschlichkeit und Toleranz! In Sportvereinen ist kein Platz für Antidemokraten!

Die Vertreter des FC Strausberg, Vorstand des KSB MOL e.V., Abteilung Breitensport beim KSB MOL e.V., KSC Strausberg, MSV 19 Rüdersdorf, SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf, SG Rot-Weiß Neuenhagen, SV Jahn Bad Freienwalde, TSG Rot-Weiß Fredersdorf-Vogelsdorf, SG Müncheberg 03, Fußballkreis MOL, KFV Kegeln-Bohle MOL, Mögliner SV 95
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