Hartz IV und wir! - Wohin soll die Reise gehen?

30.11.2005: Landkreis und Kreis- Kinder- und Jugendring veranstalteten in Strausberg ein Fachgespräch zum Verhältnis zwischen Hartz IV und Jugendhilfe.

Der gemeinsamen Einladung vom Amt für Jugend und Soziales des Landkreises und des Kreis- Kinder- und Jugendrings folgten 45 Vertreter aus Jugendhilfevereinen, Arbeitsfördergesellschaften, Kommunen und dem Jobcenter. Ziel dieser Veranstaltung war es, über mögliche Wege in der Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Hartz IV zu diskutieren. Zur Einführung gab Sabine Brosch vom Jobcenter einen Überblick über das Sozialgesetzbuch II und die Anzahl betroffener Menschen im Landkreis. Zahlreiche Fragen beschäftigten sich mit der praktischen Umsetzung von Eingliederungsvereinbarungen, der Motivation von Jugendlichen, der Eigeninitiative bei der Jobsuche oder der Zuweisungspraxis.Anschließend wurden die Diskussionen in drei Arbeitsgruppen vertieft.
Eine Gruppe suchte nach Arbeits- und Beschäftigungsformen der Zukunft. Wie wird sich Beschäftigung in dieser strukturschwachen ländlichen Gegend entwickeln und welche Maßnahmen sind notwendig, um sich darauf einzustellen. Künftig wird nur noch ein Drittel der Erwerbsfähigen das Einkommen für die restlichen zwei Drittel erwirtschaften. Kürzere Arbeitszeit und mehr bürgerschaftliches Engagement könnten diesem Trend entgegenwirken.
In einer weiteren Gruppe beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Auswirkungen von Hartz IV auf Kinder und Jugendliche. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden durch immer weniger vorhandenem Geld von Bildungs- und Freizeitangeboten ausgeschlossen. Gleichwohl geschieht dies auf Grund einer großen Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung. Eine bessere Aufklärung der betroffenen Familien und vor allem der Öffentlichkeit wäre ein erster Schritt, um diese Verunsicherung abzubauen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen forderten aber auch den Erhalt und die weitere Förderung von Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten für Kinder und Jugendliche im Landkreis.
Die Voraussetzungen für einen qualifizierten Einsatz von MAE-Kräften in der Kinder- und Jugendarbeit diskutierten die Teilnehmer einen weiteren Arbeitsgruppe. Dabei stand eine qualifiezierte Anleitung und eine maßnahmebegleitende Fortbildung im Vordergrund. Hierfür könnte auch die bundesweit anerkannte Jugendleiter-Ausbildung genutzt werden.
In einer offenen Arbeitsgruppe aus Vertretern dieses Tages werden die Ergebnisse aufgenommen und nach weitren Umsetzungsmöglichkeiten gesucht. Ziel dabei ist, dass beide Systeme (Jugendhilfe und Arbeitsmarktpolitik) enger aufeinander abgestimmt werden.

Zugehörige Dateien:
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